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Johann Moritz von Nassau-Siegen

Am 29. Oktober 1647 ernannte der Kurfürst, Friedrich Wilhelm von Brandenburg, Johann Moritz von Nassau-Siegen zu seinem Statthalter für die Länder Kleve und Mark. Damit fing für die alte herzogliche, nunmehr kurbrandenburgische Residenz Kleve eine goldene Ära an, deren Spuren das Stadtbild bis zum heutigen Tage prägt. 



Seine Geschichte

Johann Moritz war ein Mann von Welt, wenngleich er aus dem relativ unbedeutenden adligen Haus Nassau-Siegen stammte. Ab 1620 fand er ein neues Zuhause in den nördlichen Niederlanden, wo sich ihm große Möglichkeiten eröffneten. Die "Vereinten Niederlanden" hatten sich, als sie 1648 im Frieden von Münster als selbständige Republik anerkannt wurden, zur europäischen Großmacht entwickelt. Johann Moritz trat hier eine militärische Laufbahn an, in deren Verlauf er unter anderem die Belagerung der Festung Schenkenschanz bei Kleve (1636) leitete.

Die Zeit in Brasilien

Unterbrochen wurde die militärische Laufbahn in den Niederlanden durch seine Ernennung zum Gouverneur und Befehlshaber der Land- und Seestreitkräfte im damals von Niederländern beherrschten Nordosten Brasiliens. In den Jahren, die er hier verbrachte (1637-1643), stellte er erneut seine militärischen Fähigkeiten unter Beweis. Er erwies sich aber auch als kluger Verwalter, der es verstand, die verschiedenen ethnischen und konfessionellen Gruppen in Frieden miteinander leben zu lassen. Obwohl er einen maßgeblichen Anteil an der Entstehung des niederländischen Sklavenhandels hatte, wird er in Brasilien bis heute als "humanistischer Fürst" geehrt. 

Ausschlaggebend dafür ist, neben der von ihm praktizierten Toleranz, seine Förderung der Kunst und Wissenschaft: Künstler und Forscher in seinem Gefolge haben die Landschaft Brasiliens mit den Pflanzen und Tieren sowie den dort lebenden Menschen in einer Weise dokumentiert, wie man sie bis dahin nicht kannte und wie sie auch bis spät in das 18. Jahrhundert hinein unübertroffen bleiben sollte.



Seine Rückkehr

Bei seiner Rückkehr in die Niederlande brachte Johann Moritz eine reiche Sammlung mit, die neben zahlreichen Zeichnungen, Gemälden und Karten auch viele brasilianische Objekte umfasste. Es begleitete ihn sogar eine Gruppe von Indianern, die ihre Tanzkunst, im gerade fertig gestellten Mauritshuis in Den Haag, einem erstaunten europäischen Publikum vorführte.



Johann Moritz in Kleve

Die kleve-märkische Regierung hatte ihren Sitz in der Stadt Kleve und hier hat Johann Moritz in den Jahren seiner Statthalterschaft (1647-1679) auch die meiste Zeit verbracht. Dabei hat er die alte klevische Residenz im Einvernehmen mit dem Großen Kurfürsten in glanzreicher Weise modernisiert. Es wurde nicht nur die Burg in barockem Stil umgestaltet, sondern Johann Moritz ließ auch für sich verschiedene Häuser bauen. Hinzu kamen Gärten und Parkanlagen, Alleen und Gewässer, Denkmäler und zuletzt ein im Freien gelegenes aufwendiges Grabmal.

Verbindung von Natur und Kultur

Auffällig ist in vielen Fällen die Verbindung von Natur und Kultur. Dabei hat der Statthalter die Möglichkeiten der Landschaft mit ihren, aus der niederrheinischen Tiefebene hervorragenden, Höhen geschickt ausgenutzt. 
Die damals entstandenen Bauten und Anlagen galten bereits zu Lebzeiten des Statthalters als sehr bemerkenswert. Sie haben damals und auch in späterer Zeit immer Besucher aus Nah und Fern nach Kleve gezogen. Der, seit der Mitte des 18. Jahrhunderts entstandene, im 19. Jahrhundert zu großer Bedeutung gelangte, Klever Kurbetrieb wäre ohne sie nicht denkbar gewesen. Die von Johann Moritz von Nassau-Siegen geschaffene Landschaft mit den darin enthaltenen Objekten hat seit dem 17. Jahrhundert immer wieder Künstler angezogen und Gartenarchitekten von Berlin bis Versailles inspiriert.

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