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Joseph Beuys

Joseph Beuys wurde am 12. Mai 1921 in Krefeld als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er wuchs in Kleve auf und zeigte schon früh vielseitige Interessen für Naturwissenschaften, Musik, Bildhauerei, Kulturgeschichte und Philosophie.

 Im Alter von 17 Jahren beeindruckten ihn die Reproduktionen von Skulpturen Wilhelm Lehmbrucks. Nach dem Abitur in Kleve wollte Beuys 1940 ein medizinisches Studium aufnehmen, erhielt aber seine Einberufung, wurde bei der Luftwaffe ausgebildet und als Sturzkampfflieger in der Ukraine eingesetzt. Die Folgen eines Absturzes auf der Krim während des zweiten Weltkrieges im Winter 1943 wurden für ihn zu einer auch künstlerisch prägenden Erfahrung. Nomadisierende Tartaren bargen den Schwerverletzten und retteten ihm das Leben, indem sie ihn mit Fett einrieben und in Filz einwickelten.

Der Filzhut - Markenzeichen von Joseph Beuys

Filz und Fett wurden später neben Kupfer und Wachs zu den bevorzugten und symbolträchtigen Materialien seiner bildhauerischen Arbeit. Der Filzhut, Beuys unverkennbares Markenzeichen, überdeckt die nach seiner schweren Verletzung eingepflanzte Silberplatte in der Schädeldecke.


Nach dem Krieg studierte Beuys von 1947 bis 1952 Bildhauerei an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Von 1946 bis 1955 war Beuys zudem Mitglied im Klever Künstlerbund. Während dieser Zeit bis 1954 war er Meisterschüler bei Ewald Mataré und Joseph Enseling. 1953 veranstaltete er seine erste Einzelausstellung von Skulpturen und Zeichnungen in Kranenburg und in Wuppertal. Überhaupt hielt sich Beuys 1957 zur Genesung von seinen Depressionen, die ihn infolge seiner Kriegserlebnisse plagten, längere Zeit in Kranenburg, einer Nachbargemeinde von Kleve, auf. 1964 beteiligte sich der Künstler erstmalig an der documenta in Kassel. Seine erste Galerieausstellung feierte er 1965 bei Alfred Schmeler in Düsseldorf. 


1961 übernahm er als Professor den Lehrstuhl für monumentale Bildhauerei an der Kunstakademie in Düsseldorf, der ihm 1972 allerdings wegen massiver Streitigkeiten mit dem damaligen Bildungsminister und späteren Bundespräsidenten Johannes Rau entzogen wurde. In einem offenen Brief protestierten Künstler wie Heinrich Böll, Peter Handke, Uwe Johnson, Martin Walser und Gerhard Richter gegen die Entlassung. Beuys klagte gegen das Land Nordrhein-Westfalen wegen der fristlosen Kündigung. Erst 1978 fand dieser Rechtsstreit seinen Abschluss. Beuys bekam Recht, die fristlose Kündigung von 1972 wurde für rechtswidrig erklärt. Es wurde ein Kompromiss ausgehandelt, Beuys behielt den Professorentitel und das Nutzungsrecht für das Atelier. Trotzdem entschied sich Beuys für eine Gastprofessur an der Wiener Hochschule für Angewandte Kunst.

In der Folge engagierte sich Beuys sehr stark bei der Gründung der Partei der Grünen. 1979 veranstaltete Beuys eine Retrospektive im New Yorker Guggenheim-Museum. Er kandidierte für das Europaparlament, nahm eine Gastprofessur an der Frankfurter Städel-Schule an und kandidiert für den nordrhein-westfälischen Landtag als Vertreter der Grünen. 1984 folgte eine Ausstellung im Tokioter Seibu-Museum. Er nahm an der Londoner Ausstellung "German Art in the Twentieth Century Painting and Sculpture 1905-1985" teil.

Am 23. Januar 1986 starb Joseph Beuys nach einer seltsamen Entzündung des Lungengewebes an Herzversagen.

"Soziale Plastik"

Das zentrale Anliegen von Beuys war die Erweiterung des tradierten Kunstbegriffs hin zu einer "anthropologischen Kunst", in der der Mensch Mittel- und Ausgangspunkt ist. In diesem Zusammenhang entwarf Beuys seinen Begriff von der "sozialen Plastik", der das Wirkungsfeld der Kunst auf alle menschlichen Tätigkeitsbereiche, besonders aber Gesellschaft, Kultur, Politik und Ökologie, ausdehnte. Sein berühmt gewordener, aber meist missverstandener Satz "Jeder Mensch ein Künstler" meint nicht die Einbeziehung der Sonntagsmaler und Laienkunst ("Kunst als Freiraum"), sondern ein ästhetisches Konzept, das Leben und Welt des Menschen als "Werk" auffasst, an dem jeder Mensch mitwirkt ("Kunst als Verwirklichung von Freiheit"). Die Bewusstmachung dieses Prozesses ist Aufgabe der Kunst. Auf das Lebenswerk von Beuys trifft in besonderem Maße der Begriff des Gesamtkunstwerkes zu, der aus dem 19. Jahrhundert stammend das Zusammenfließen und -wirken verschiedener Gattungen (bildende Kunst, Musik, Theater, Literatur, aber auch Lebensstil) unter der Regie eines Künstlers oder einer Künstlergruppe bezeichnet.

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