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Maria Eleonore von Kleve

Maria Eleonore wurde am 16.06.1550 als älteste Tochter des Herzogs Wilhelm des Reichen von Jülich-Kleve-Berg und seiner zweiten Frau Maria von Österreich (1531-1581) in Kleve geboren und starb am 01.06.1608 in Königsberg, der Hauptstadt des damaligen Herzogtums Preußen, war durch Heirat Herzogin von Preußen. Maria Eleonore heiratete am 14.10.1573 den Herzog Albrecht Friedrich von Preußen.

Mit ihm hatte sie folgende gemeinsame Kinder:

  • Anna von Preußen (1576-1625)
  • Marie von Preußen (1579 -1649)
  • Albrecht Friedrich (*/+ 1580)
  • Sophie (1582-1610)
  • Eleonore von Preußen (1583 -1607)
  • Wilhelm Friedrich (1585 - 1586)
  • Magdalena Sibylla (1586 - 1659)

Von Kleve nach Preußen

Sowohl das Herzogtum Kleve mit der Grafschaft Mark und der Grafschaft Ravensberg kamen 1609/1614 (und dann endgültig 1666) durch Erbschaft an das Kurhaus Brandenburg und an das Herzogtum Preußen 1618. Daraus entwickelte sich später das Staatsgebilde Brandenburg-Preußen, dessen westlichste Residenz Kleve wurde.

Der Schlüssel dazu liegt in Kleve - bei Maria Eleonore von Kleve und ihrer klugen Heiratspolitik.

Am 4. August 1572 schrieb Maria Eleonore aus Kleve einen Brief an Maria von Oranien-Nassau, die Schwester des Anführers des niederländischen Aufstandes gegen den König von Spanien. Darin drückte sie ihre Freude darüber aus, dass Wilhelm von Oranien-Nassau die spanischen Truppen in einem der vielen Gefechte geschlagen hatte. In diesem Brief versprach sie, auch weiterhin um den Sieg für die niederländische Sache und deren Anführer Wilhelm von Oranien-Nassau zu beten. Der Brief wurde von den Spaniern abgefangen. Kopien dieses Schreibens wurde u. a. an den Bruder der Herzogin, an Kaiser Maximilian II. in Wien geschickt. Er befahl, diese widerspenstige und aufsässige Tochter Eleonore müsse von den anderen Geschwistern möglichst schnell abgesondert werden, "damit ihr Gift nicht auch an den anderen kläbete."

Es wurde beschlossen, Maria Eleonore so weit weg wie nur eben möglich zu verheiraten - nach Königsberg. Schon am 14. Dezember 1572 wurde die Heirat vereinbart, also nur wenige Monate nach dem verhängnisvollen Brief, deren Folgen die Geschichte Europas in neue Bahnen lenkte. Dort war erst vor kurzem der Ordensstaat Preußen in ein weltliches Herzogtum umgewandelt worden. Dessen Erben, den künftigen Herzog Albrecht Friedrich, sollte Maria Eleonore von Kleve zu ihrem Ehegemahl nehmen. Als sie in der preußischen Residenz Königsberg eintraf, stellte sich heraus, dass ihr Bräutigam geistesschwach war. Die Heirat fand dennoch statt. Maria Eleonore von Kleve musste im Herzogtum Preußen mit regieren.

Eleonores Bildung

Als Tochter Herzog Wilhelms des Reichen von Kleve war Maria Eleonore gebildet. Sie gebar fünf Töchter, es gab keinen Sohn, der am Leben blieb. Die wichtigste politische Entscheidung im Leben war die Wahl eines Schwiegersohnes für ihre älteste Tochter Anna. Es galt, ihre Rechte als Erbtochter von Jülich-Kleve-Berg zu sichern, ihre Tochter durch politisch günstige Heirat zu positionieren und damit die Nachfolge der kurfürstlichen Linie in Preußen zu sichern. Die Hochzeit Annas von Preußen mit Johann Sigismund von Brandenburg in Berlin fand am 20. Oktober 1594 statt. Diese Hochzeit im Hause Hohenzollern hat auch den Status der Stadt Berlin verändert.

Erbfolgestreit Kleve - Jülich

Als in den Jahren 1609 bzw. 1618 der Erbfall eintrat, war Berlin jetzt auch Hauptstadt eines Herrschaftsgebildes, dessen Grenzen im Westen bis an die Maas, im Osten aber bis an die Memel reichten. Die neuen, durch die Vermittlung der Maria Eleonore von Kleve an Brandenburg gefallenen, Territorien machten den Staat um vieles größer. Kleve wurde die westliche, Königsberg die östliche Residenz von Brandenburg-Preußen. Maria Eleonore löste mit Glück, Beharrlichkeit und politischem Urteilsvermögen eigentlich unberechenbare Probleme - eine der erfolgreichsten Preußinnen.

West-Ost-Kulturachse der Residenzen: Kleve - Berlin - Königsberg

Schon die Klever Grafen und Herzöge, die auf der Schwanenburg residierten, besaßen Gärten und Fischweiher beidseits des Kermisdahls. Nach der Krönung Friedrichs III. zum ersten König in Preußen wurde aus dem kurfürstlichen Garten der Königsgarten. Die "beispielgebende Gartenkunst" des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen (1647-1679) in seiner 30jährigen Klever Statthalterzeit gilt es als Europäisches Kulturgut (Gesamt-Gartendenkmal) zu erhalten.

Quellen:
Rita Scheller: Die Frau am preussischen Herzogshof, Köln und Berlin 1966
Wilhelm Diedenhofen: Gärten und Parks in Kleve, Rheinische Kunststätten 2008
Friedrich Leinung: Klever Spurensuche, Kleve 1999 und www.wikipedia.de

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