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Gartenanlagen mit Blick auf den Kanal

Kleve in vier Stunden

Ausgangspunkt ist der Klever Bahnhof, von dort startet sieben Minuten nach jeder vollen Stunde die Line SB 58 in Richtung Nimwegen. An der Haltestelle Forstgarten steigen Sie aus. Nun sind Sie in den historischen Parkanlagen Kleves. Steigen Sie die Anhöhe zum Amphitheater herauf und genießen Sie die Sicht auf den Moritzkanal, vielleicht fährt ja auch gerade eine Draisine vorbei. Sie bewegt sich auf der alten Schienenstrecke zwischen Kleve und Nimwegen.

Tapfere schaffen auch den nächsten Schritt zum Sternberg, der Ihnen einen wunderbaren Blick über die Landschaft bis hin zur Kirche in Hochelten ermöglicht. Wieder unten angekommen sollten Sie noch einen kurzen Gang durch den Forstgarten machen. Große Schilder am Eingangsbereich des Parks erläutern die Wegeführung und zeigen Ihnen welche dendrologischen Schätze Sie hier finden - oder hätten Sie gedacht, dass sie weit weg von amerikanischen Nationalparks unter einem Mammutbaum stehen könnten?

Dem Park gegenüber liegt imposant das heutige Museum Kurhaus Kleve. Wo sich zu Beginn des 20ten Jahrhunderts Kurgäste tummelten, finden jetzt Liebhaber moderner Kunst ihr Labsal.

Von den Gartenanlagen in die Klever Innenstadt

Treten Sie ihren Weg nun zurück in die Stadt an. Hier auf der Tiergartenstraße zeigt sich die ehemalige Pracht der Herzogstadt, liebevoll restaurierte klassizistische Villen mit verwunschenen Gärten, die im Laufe ihrer Geschichte die unterschiedlichsten Bewohner beherbergt haben. Zuallererst die Villa Belriguardo, in der sich nicht nur Designermode erwerben lässt, sondern auch zahlreiche Antiquitäten und Einrichtungsgegenstände - ein Blick in den zauberhaften Garten lohnt. Das kleine, weiße Haus an der Einmündung des Rindernschen Deiches ist die ehemalige Oberförsterei. An der großen Kreuzung mit der Gruftstrasse steht Haus Nienhuisen, das aber in Kleve alle nur als Fuji Villa kennen, denn aus Freude über die Ansiedlung eines Weltunternehmens in Kleve stellte die Stadt die Villa als Gästehaus zur Verfügung. So kam es, dass ein niederrheinisches Herrschaftshaus wohl einmaligerweise über einen Teeraum verfügte. Heute ist die Villa wieder in Privatvbesitz. Gegenüber die Villa Nova oder Haus Dorsemagen. Nach umfangreicher Renovierung strahlen die alten Räume nun mit dem Garten um die Wette. Besonders sehenswert der kleine Ballsaal mit seiner aufwendigen Deckenmalerei.

Überqueren Sie die Kreuzung finden Sie bald das Emmaushaus. Der prächtige Bau hat seine gelbe Farbe heute nicht zu Unrecht, denn in ihm residiert auch die FDP. Und etwas weiter stadteinwärts ein Traum in rosa: Die Villa Bernauer wurde in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts vom holländischen Kaufmann Robert Berger im italienischen Villenstil erbaut. Um die Jahrhundertwende erwarb der Generaldirektor der van den Bergh´schen Margarinewerke, Johannes Manger, das Anwesen. Heute vollständig renoviert und modernisiert bietet sie Senioren einen eleganten Lebensabend.

Museum B.C. Koekkoek Haus und Kavarinerstraße

Ab jetzt führt der Weg wieder in die moderne Welt der städtischen Geschäftigkeit. Über die Kavarinerstraße gelangen Sie an den Koekkoekplatz. Hier steht das B.C. Koekkoek Haus. Barend Cornelis Koekkoek wurde 1803 in Middelburg geboren, der Hauptstadt der niederländischen Provinz Zeeland. Früh bekam er Unterricht an der örtlichen Zeichenschule, wo er Schüler von Abraham Krayestein wurde, der ihn erstmals mit Landschaftszeichnungen in Kontakt brachte. In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts erreichte der Maler schließlich den Höhepunkt seines Ruhmes. Seine, vor allem deutschen, Rheinlandschaften, die er in seinem 1843 errichteten Atelierturm in Kleve, dem sogenannten Belvedere, schuf, waren sehr gesucht. Zusätzliche Popularität erlangte er 1841 sowohl durch die Gründung einer Zeichenakademie in Kleve, des sogenannten "Zeichen-Collegiums", als auch durch die Publikation "Erinnerungen und Mitteilungen eines Landschaftsmalers", die ihm viel Anerkennung einbrachte.

Die Kavarinerstraße führt weiter in die Stadt hinein. Der Name erinnert an den bedeutenden Handel romanischer Kaufleute, die vom 13. bis zum 16. Jahrhundert im Klever Land eine hervorragende Stellung einnahmen. Weil in den Landes- und Stadtarchiven nur in seltenen Fällen die Geburtsorte dieser fremden Fernhändler verzeichnet sind, war ihre Herkunft sehr umstritten. Zwar wusste man, dass französische Kaufleute aus der Champagne und vor allem aus Cahors am Lot-Flusse, der in die Garonne mündet, im 12. und 13. Jahrhundert in den Städten am Rhein nicht nur Wein- und Tuchhandel betrieben haben, sondern sich auch als Geldwechsler und Bankiers betätigt hatten. Der Name der Kawersiner = Cahorsines, Kawariner und Kawerschen, deutet darauf hin. Allgemein waren die Kawersiner, als Wucherer verrufen, da sie nicht selten jährlich 25 Prozent Zinsen für ein Darlehen nahmen. Obwohl sie bei dem bekannten Zinsverbot der Kirche im öffentlichen Leben, besonders in Predigten der Dominikaner, heftig verurteilt wurden, waren sie von den Landesfürsten bei Geldverlegenheiten unter Verleihung vieler Privilegien ins Land gelockt worden. Dafür mussten die Geldwechsler und Bankiers jährlich hohe Summen an die Hofkasse abliefern. Passend zur Geschichte des Namens finden sich auf dieser Einkaufsstraße die meisten inhabergeführten Geschäfte, die ihre Waren heute aber zu völlig normalen Preisen anbieten.

Gelegenheit zu einer kleinen Verschnaufpause besteht in der Kavarinerstraße reichlichCafé Wanders. Gestärkt machen Sie sich nach rechts auf den Weg durch die Fußgängerzone. In deren zunächst langsamen Anstieg können Sie vielleicht schon erahnen, dass der Name Kleve, der von Kliff oder Klippe abgeleitet wurde, seinen Ursprung in dem von der Endmoräne der Eiszeit aufgeschobenen Hügel hat. Hinter dem großen Brunnen am Fischmarkt, der Ihnen Elsa und Lohngrin zeigt, führt die Kirchstraße über den kleinen Markt mit seinem Narrenbrunnen, bei dessen Anschaffung durch die Klever Stadtspitze sich so mancher Klever Karnevalist zum Narren gehalten fühlte, direkt zur Stiftskirche. Im Inneren finden Sie die Grabstätten der Klever Herzöge. Vor der Kirche befindet sich das Mahnmal des gefallenen Kriegers von Mataré.

Rund um die Schwanenburg

Ein kleines Stück zurück führt Sie die Goldstraße und anderen Ende links die Reitbahn zur Klever Schwanenburg. Am Sitz der Klever Herzöge wird heute Recht gesprochen und so drängeln sich vor dem ehemaligen Marstall bis rauf zur Burg die Pferde der Neuzeit. Vor dem Eingang der Burg finden Sie Schaukästen mit Informationen und Bildern und linker Hand ist ein Teil der alten Mauern unter einem Glasdach sichtbar gemacht. Spazieren Sie in den Innenhof und werfen Sie den einen oder anderen Blick auf die Reliefs über den Türen und auf den Schwanenbrunnen von Bildhauer Sabisch. An der Information des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte/ Freunde der Schwanenburg können Sie sich einen ersten Eindruck über die Burg und ihre Geschichte verschaffen. Wer Luft für 90 Stufen hat, dem sei dringend geraten, den Turm zu besteigen. In den unterschiedlichen Stockwerken finden Sie wechselnde Ausstellungen zu geschichtlichen Themen oder von moderner Kunst. Der Blick über den Niederrhein entschädigt für die Anstrengung und hinunter geht sowieso viel leichter.

Wieder vor der Burg, gehen Sie links den Hang hinunter und stoßen am Fuße des Burgberges auf den Kermisdahl. Früher war das ein Arm des großen Rheins, heute erfreut er an dieser Stelle Ruderer und Tretbootfahrer - weiter stadtauswärts hat er als Spoykanal und Bundeswasserstraße erster Ordnung Jahrzehntelang die Zulieferschiffe für die Lebensmittelindustrie mitten in die Stadt gebracht. Sie wenden sich nach links und folgen dem Wasser vorbei an Kleves guter Stube, der Stadthalle. Kurz vor der "Alten Brücke", am Brücktor, steht rechts eine Stele des Jakobpilgerweges. Ende des 16. Jahrhunderts bestanden in Kleve acht Gast- und Armenhäuser. Aber nur eines von ihnen, das Gemeine Gasthaus am Brückentor, stand auch für Fremde und Pilger offen. Es wird 1335 erstmals erwähnt. Mit mehr als 300 Urkunden aus der Zeit bis 1543 ist seine Tätigkeit dicht belegt. Trotz der Fremdenaufnahme blieb die Sorge für die armen und kranken Bewohner der Stadt ein Schwerpunkt. 1431 lebten 40 Pfründer als Dauerbewohner im Gasthaus, hinzu kamen in jenem Jahr sechs Heimplätze für mittellose Schüler. Zum Gebäude gehörte eine Gasthauskirche. Einer der Wege der Jakobspilger führt vom niederländischen Nijmegen über Kleve, Kalkar, Xanten, Krefeld und Neuss nach Köln/Bonn. Von einer Anhöhe inmitten der barocken Gartenlandschaft von Kleve erblickt man bereits das Rheintal, durch das früher Jakobspilger in Richtung Süden gewandert sind.

Opschlag in Kleve - damals und heute

Überqueren Sie die Brücke und gehen Sie links über den neu gestalteten Opschlag. Die Geschichte des Opschlags beginnt in den zwanziger Jahren des 15. Jahrhunderts. Während der Regierungszeit des ersten Klever Herzogs Adolf I. wurde der Spoykanal - nach Utrechter Vorbild - geschaffen. Damit verfügte die Stadt über eine lebenswichtige Anbindung an den Rhein. Der Spoykanal gehört zu den ältesten Wasserstraßen in Westdeutschland, wenn er nicht überhaupt älter ist als alle anderen. Der "Opslag" war der Platz am Ufer, an dem die von den Schiffen herangebrachten Güter (mittelst Hebekran oder von Hand) aufgeschlagen wurden. Der Ausdruck Opschlag ist herzuleiten von Opslach oder Opslaan, was soviel wie ophoffen und ein- und ausladen bedeutet. Am Opschlag hatte sich schon früh eine von der Schifffahrt abhängige Industrie angesiedelt. Vor allem waren es die holländische Öl- und Leinkuchenfabrik "Noury & van de Lande" und die Präservenfabrik "Rhenania". Mit Kohlen, Holz und Baumaterial sowie mit künstlichen Düngemitteln war die Firma der Gebrüder Sack hier ebenfalls von Bedeutung. Die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg verschonte auch den Opschlag nicht. Beim Wiederaufbau veränderte sich die Gestaltung dieses Stadtgebietes grundlegend.

An der Einmündung zur Herzogbrücke steht der "Schüsterkes Brunnen". Er wurde von Walter Brüx geschaffen. Der "Beltermann" war, wie der wiederaufgebaute Schwanenturm, Symbol für den Willen der gesamten Bevölkerung, dass Kleve wieder das werde, was es früher gewesen sei.Rechts durch die untere Herzogstrasse führt Sie Ihr Weg nun wieder in Richtung Bahnhof zum Ausgangspunkt Ihrer kleinen Tour.

Hier können Sie sich die Tour als pdf-Datei herunterladen.

  • Blick auf das Amphitheater
  • Die Villa Belriguardo in der Tiergartenstraße
  • Der Koekkoekplatz
  • Die Klever Fußgängerzone
  • Die Schwanenburg
  • Der Opschlag in Kleve

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